Google ist brutal. Nicht böse, nicht unfair, einfach gleichgültig.

Wenn ich mit Foodbloggerinnen über ihre Rankings spreche, fallen fast immer dieselben Sätze:

  • "Aber früher habe ich doch so toll gerankt!"
  • "An dem Beitrag habe ich drei Tage gearbeitet."
  • "Meine Fotos sind doch viel schöner als die auf Platz 1."
  • "Bei mir ist jeder Satz selbst geschrieben."
  • "Meine Leserinnen lieben dieses Rezept."
  • "Ich habe 100 Rezepte in der Sammlung, die anderen nur zehn."

Jeder dieser Sätze ist wahr. Nur bringt dir keiner davon heute einen besseren Platz bei Google.

Nimm deinen Käsekuchen. Er hat drei Tage Arbeit gekostet. Du hast ihn viermal gebacken, im Abendlicht fotografiert, die Geschichte von Omas Küche in Ruhe aufgeschrieben und jede Überschrift mit einem Wortspiel versehen. Und auf Platz 1 steht ein Rezept mit zwei Handyfotos und einem Text, der sich liest wie eine Bedienungsanleitung.

Das tut weh. Ich kenne dieses Gefühl von vielen Bloggerinnen, mit denen ich arbeite, und ich will es nicht kleinreden. Aber es hilft, eine Sache sauber zu trennen: Was deine Arbeit für dich besonders macht, und was sie für eine fremde Person nützlich macht, die gerade "Käsekuchen ohne Boden 20er Form" eintippt. Das sind zwei verschiedene Fragen. Google beantwortet nur die zweite.

Die gute Nachricht: Die Liste der Dinge, die wirklich zählen, ist kürzer als gedacht. Und die Liste der Dinge, mit denen du dich quälst, ohne dass Google es dir dankt, ist ziemlich lang. Also streiche ich.

Warum es heute schwerer ist als früher

Zurück zum ersten Satz: "Früher habe ich doch so toll gerankt." Der stimmt nämlich meistens. Das Käsekuchen-Rezept von 2014 stand jahrelang auf Seite 1, ohne dass man je etwas daran gemacht hat. Warum also jetzt nicht mehr?

Weil die Zeit nicht stehen geblieben ist. Dein Rezept ist nicht schlechter geworden. Die anderen sind mehr geworden, und viele davon besser.

Als du angefangen hast, gab es zu "Käsekuchen ohne Boden" vielleicht eine Handvoll ernst zu nehmender Rezepte. Heute konkurrierst du mit Hunderten Foodblogs, mit großen Rezeptportalen, mit Zeitschriften, die ihre Rezepte online stellen, und mit Bloggerinnen, die das Thema seit Jahren in ganzen Clustern abdecken. Dazu kommt, dass oben in der Suche heute nicht mehr nur zehn blaue Links stehen, sondern Rezeptkarten, Videos und KI-Antworten, die alle um denselben Platz kämpfen.

Das Angebot wächst also stark, die Plätze auf Seite 1 bleiben dieselben. Ein Rezept, das 2014 eines von zwanzig war, ist heute eines von zweitausend. Was damals gereicht hat, um aufzufallen, ist heute Standard.

Dieselbe Suche nach Käsekuchen ohne Boden damals und heute: früher wenige Rezepte und dein Rezept auf Platz 2, heute KI-Antwort, Rezeptkarten, Videos, Portale und Cluster-Blogs davor

Das ist keine Kritik an deiner früheren Arbeit. Es heißt nur: Ein Platz bei Google ist kein Besitz, sondern ein Wettbewerb, der jeden Tag weiterläuft. Wer vorne bleiben will, muss seine wichtigsten Rezepte pflegen. Nicht durch ein neues Datum (siehe Punkt 7 der zweiten Liste weiter unten), sondern durch die Dinge aus der ersten Liste unten: fehlende Angaben ergänzen, eigene Erkenntnisse aufschreiben, Leserfragen beantworten. Und vor allem dadurch, dass deine Rezepte nicht mehr allein stehen, sondern in einem Cluster.

Mein Tipp: Schau in der Google Search Console nach, welche Rezepte früher die meisten Klicks hatten und heute deutlich weniger. Das sind die Kandidaten, bei denen sich die Arbeit am meisten lohnt, weil Google sie schon kennt und sie früher schon einmal für gut befunden hat. Wenn du mir Zugriff auf deine Search Console gibst, mache ich daraus im Setup nach dem Blogfokus-Check eine Liste mit den Stellen, an denen du mit wenig Aufwand am meisten holst.

Was bei Google zählt und was du dir sparen kannst: zehn Dinge, um die du dich kümmern solltest, und neun, die dir keinen Platz bringen

Die 10 Dinge, um die du dich kümmern solltest

1. Erledige die Aufgabe, wegen der jemand sucht

Wer "Pizzateig Grundrezept" sucht, will ein Rezept. Nicht zwölf Pizzaideen, nicht die Geschichte der neapolitanischen Pizza. Wer "Ideen für Kindergeburtstag Fingerfood" sucht, will eine Auswahl, kein einzelnes Rezept.

Google die Suchanfrage deshalb selbst und schau dir die Ergebnisse an. Lies die Beiträge der Konkurrenz auf den vorderen Plätzen durch: Sind das einzelne Rezepte, Anleitungen oder Sammelseiten? Welche Fragen beantworten sie, und was fehlt dir beim Lesen? Die Google-Ergebnisse und die Konkurrenz helfen dir einzuschätzen, was Suchende erwarten und was dein eigener Beitrag leisten muss.

Bevor du einen Beitrag schreibst, frag dich: Was will die Person nach dem Lesen tun können? Wenn dein Beitrag genau das ermöglicht, hast du den wichtigsten Punkt schon erledigt. Alles andere auf dieser Liste baut darauf auf.

2. Denk in Clustern, nicht in Einzelrezepten

Ein Rezept rankt nie ganz allein. Google schaut auch darauf, wie stark dein ganzer Blog zu einem Thema steht. Zwölf gut verlinkte Käsekuchen-Rezepte unter einer klaren Käsekuchen-Seite sagen mehr über dich aus als zwölf Käsekuchen, die verstreut zwischen Lasagne und Bananenbrot liegen.

Ganz besonders gilt das für die großen Suchbegriffe. Bei "Käsekuchen", "Lasagne" oder "Pizzateig" kämpfst du gegen Chefkoch, Lecker und Hunderte Foodblogs, die seit Jahren zu diesem Thema schreiben. Bei so umkämpften Themen geht es ohne Cluster nicht. Ein einzelnes Rezept, so gut es ist, hat da kaum eine Chance gegen Websites, die das ganze Thema abdecken. Besonders dann, wenn sie ihre Rezepte zusätzlich auf gut gemachten Rezept-Sammelseiten bündeln, die bei der Auswahl helfen und zu den passenden Rezepten führen.

Ich unterscheide dabei zwei Größen: den Mini-Cluster (ein Unterthema mit seinen Rezepten) und den Mega-Cluster (eine Hauptkategorie mit mehreren Mini-Clustern darunter). Weil das der Punkt ist, den ich in fast jedem Blog am meisten unterschätzt sehe, bekommt er weiter unten einen eigenen Abschnitt. Welche Themen deinen Blog heute tragen und wo sich deine Kategorien überschneiden, zeigt dir übrigens der kostenlose Blogfokus-Check.

3. Sag im Titel und im ersten Absatz, was hier passiert

Gericht, Variante, Besonderheit. "Käsekuchen ohne Boden, in der 20er Springform, ohne Grieß" sagt der Leserin in zwei Sekunden, ob sie richtig ist. "Ein Stück Glück aus Omas Küche" sagt ihr das nicht, und Google auch nicht.

Den schönen Titel darfst du behalten. Aber dann als Untertitel oder im Text, nicht als einzige Beschreibung.

4. Lass keine Angabe weg, die zum Nachmachen fehlt

Mengen in Gramm, Formgröße, Ofentemperatur mit Ober-/Unterhitze oder Umluft, Backzeit, Ruhezeit. Klingt banal. Und trotzdem ist das der Punkt, an dem die meisten Rezepte scheitern, die ich mir anschaue: Die 26er Form steht nur im Foto, die Ruhezeit nur im dritten Absatz der Geschichte.

Mein Tipp: Lies dein Rezept einmal so, als hättest du es nie gekocht. An welcher Stelle müsstest du raten?

5. Sorg dafür, dass Zutatenliste, Anleitung und Rezeptkarte zusammenpassen

In der Zutatenliste stehen 200 g Zucker, in der Anleitung "den restlichen Zucker", in der Rezeptkarte 180 g, weil du das Rezept vor zwei Jahren mal angepasst hast. Das passiert ständig, gerade bei älteren Beiträgen. Für die Leserin ist es ein Grund, zurück zu Google zu gehen und das nächste Ergebnis anzuklicken.

6. Schreib auf, was du selbst herausgefunden hast

Das ist der Punkt, an dem du dich wirklich von den anderen 40 Käsekuchen-Rezepten absetzen kannst. Nicht mit "ich habe es selbst getestet", das schreibt jeder. Sondern mit dem, was dabei rausgekommen ist:

  • "In der 26er Form wird der Kuchen nur 4 cm hoch und braucht 15 Minuten weniger."
  • "Mit Magerquark reißt die Oberfläche, mit 20-%-Quark nicht."
  • "Mit Dinkelmehl 630 statt Weizen 405 brauchst du 2 EL mehr Milch."

Solche Sätze kann man nicht abschreiben, weil man sie nur wissen kann, wenn man es gemacht hat. Wichtig: Sie müssen stimmen. Eine erfundene Beobachtung ist schlimmer als keine.

7. Hilf, wenn etwas schiefgeht, und hör auf deine Kommentare

"Teig zu klebrig", "Kuchen fällt zusammen", "Soße wird nicht dick". Mit diesen Fragen landen Menschen bei dir, oft in einem Moment, in dem der Teig schon auf der Arbeitsfläche liegt.

Ein kurzer Abschnitt mit den zwei, drei häufigsten Problemen, jeweils mit Ursache und Abhilfe, ist für Suchende mehr wert als jeder Absatz über deine Begeisterung für dieses Rezept.

Die besten Vorlagen dafür stehen in deinen Kommentaren. Wenn dort dreimal "Kann ich das auch einfrieren?" steht, gehört die Antwort nicht in Antwort Nummer 47, sondern in den Beitrag. Das ist auch die sinnvollste Art, einen alten Beitrag zu überarbeiten: Du schließt eine Lücke, von der du sicher weißt, dass es sie gibt.

8. Zeig in Bildern, was man mit Worten schlecht erklären kann

Wie sieht der Teig aus, wenn er "glatt und glänzend" ist? Wie dick soll die Creme vom Löffel laufen? Ein Foto von diesem Zwischenschritt beantwortet eine echte Frage. Das fünfte Foto vom fertigen Kuchen aus einem leicht anderen Winkel beantwortet keine.

Dasselbe gilt für Video: lohnt sich bei einer Technik, die man sehen muss (Hefezopf flechten, Omelett rollen). Nicht als Pflichtprogramm unter jedem Rezept.

9. Bau den Beitrag so, dass man ihn beim zweiten Besuch schnell durchsucht

Viele Leserinnen kommen zurück, während sie kochen. Mit Teig an den Fingern. Klare Zwischenüberschriften wie "Ersatz für Eier", "Aufbewahrung" oder "Einfrieren" helfen der Leserin, und sie helfen Google zu verstehen, worum es auf der Seite geht.

10. Mach die Technik einmal richtig

Hier nur kurz, weil die Technik meistens nicht dein Problem ist, aber zum Problem werden kann:

  • Rezept-Markup korrekt (dafür ist dein Rezept-Plugin da, siehe meinen Vergleich der Rezept-Plugins). Ohne korrekte strukturierte Daten gibt es keine Rezeptkarten mit Bild, Zeit und Sternen in der Suche.
  • Seite indexierbar, also nicht versehentlich auf "noindex" oder hinter einem Cookie-Banner, das den Inhalt verdeckt.
  • Schnell genug, besonders auf dem Handy. Google nutzt die Ladezeit-Messwerte (Core Web Vitals) tatsächlich. Ein perfekter Wert bringt dich nicht auf Platz 1, ein katastrophaler kann dich aber zurückhalten.

Mehr zur Technik steht in der SEO-Checkliste für Foodblogger.

Die 9 Dinge, die du dir für Google sparen kannst

Bevor du jetzt erschrickst: Bei keinem dieser Punkte sage ich, dass sie wertlos sind. Viele davon sind der Grund, warum deine Stammleserinnen dich lieben. Aber für keinen davon gibt es einen belegten Ranking-Vorteil. Wenn du sie für Google machst, kannst du dir die Zeit sparen. Wenn du sie für deine Leserinnen machst, mach weiter.

1. Wie viele Stunden du in den Beitrag gesteckt hast

Google sieht den fertigen Beitrag, nicht deine Arbeitszeit. Drei Tage Arbeit und drei Stunden Arbeit sehen gleich aus, wenn am Ende dieselben Informationen auf der Seite stehen. Das ist der härteste Punkt auf der Liste. Und der befreiendste: Du musst dich nicht schlecht fühlen, wenn ein Beitrag mal schneller ging.

2. Pfiffige Formulierungen und Wortspiel-Überschriften

"Schoko-Wahnsinn trifft Kirsch-Liebe" ist charmant. Als Überschrift über dem Abschnitt mit den Zutaten hilft sie aber niemandem, die Zutaten zu finden. Eine eigene Stimme ist ein Markenzeichen für deinen Blog, kein Ranking-Bonus. Wenn du nicht auf das Wortspiel verzichten willst: "Schoko-Wahnsinn: die Zutaten" geht auch.

3. Die lange Geschichte vor dem Rezept

Die Geschichte von Omas Küche darf bleiben. Deine Stammleserinnen kommen vielleicht genau deswegen. Aber wer über Google kommt und nur wissen will, ob man den Teig am Vortag vorbereiten kann, will nicht scrollen. Ein Sprungbutton zum Rezept und eine kurze Einleitung lösen das. Weglassen musst du nichts.

4. Mehr Wörter

Es gibt keine Mindestlänge und keine Wunschlänge. Google schreibt das sogar ausdrücklich. 600 Wörter mit allen nötigen Angaben schlagen 2.500 Wörter, in denen die Backzeit irgendwo im Mittelteil versteckt ist. Und ein Text ist auch nicht automatisch besser, weil er besonders knapp ist, wenn dabei die Formgröße fehlt.

5. Aufwendiges Foodstyling und viele Fotos vom gleichen Motiv

Ein appetitliches Titelbild hilft, dass jemand in der Suche auf dein Ergebnis klickt. Das ist echt. Aber Leinentuch, Vintage-Gabel und frische Minze bringen keinen Platz nach oben, und das zehnte Bild vom fertigen Kuchen auch nicht. Lieber eins weniger vom Ergebnis und eins mehr vom kritischen Zwischenschritt (siehe Punkt 8 der ersten Liste).

6. Ein Video unter jedem Rezept

Ein Video, das die Zutaten zu Musik in eine Schüssel kippt, erklärt nichts, was der Text nicht schon erklärt. Dreh Videos für Techniken, nicht als Pflicht für jeden Beitrag.

7. Das Datum aktualisieren und den Text ein bisschen umschreiben

"Aktualisiert am" mit neuem Datum, dazu eine frische Einleitung, sonst nichts geändert. Google warnt ausdrücklich davor, Aktualität nur vorzutäuschen. Ein Rezept wird nicht schlecht, weil es von 2019 ist. Überarbeiten lohnt sich, wenn du danach etwas sagen kannst wie "Jetzt steht die Formgröße drin" oder "Jetzt ist die Frage zum Einfrieren beantwortet".

8. Riesige Sammlungen

"100 Rezepte für den Grillabend" klingt nach mehr Wert als "12 Rezepte für den Grillabend". Ist es aber nur, wenn die Leserin sich darin zurechtfindet. Zwölf Rezepte, sortiert nach "lässt sich vorbereiten", "braucht keine Kühlung", "geht vegetarisch", helfen beim Entscheiden. Hundert unsortierte machen die Entscheidung schwerer.

Und Achtung, das ist nicht dasselbe wie ein Cluster. Ein Cluster entsteht nicht durch eine lange Liste, sondern dadurch, dass die Rezepte eines Themas eigene Seiten haben und sauber miteinander verbunden sind. Mehr dazu gleich.

9. Die Geheimzutat und das "selbst getestet"

"Mit meinem geheimen Kniff wird er besonders saftig" ist ein Versprechen ohne Inhalt. Für Google und für die Leserin. Erklär den Kniff, und erklär, was er bewirkt, dann wird daraus Punkt 6 der ersten Liste. Dasselbe gilt für "100 % selbst getestet" und "jeder Satz von mir geschrieben": Das kann stimmen, belegt aber nichts. Was du getestet hast, zeigt sich an dem, was du darüber schreiben kannst.

Und weil die Frage gerade öfter kommt: Einen extra FAQ-Block nur für Google brauchst du nicht mehr. Seit Mai 2026 zeigt Google keine FAQ-Ausklapper in den Suchergebnissen mehr. Fragen und Antworten im Text sind weiter sinnvoll, wenn sie echte Leserfragen beantworten, siehe Punkt 7 der ersten Liste.

Mini-Cluster und Mega-Cluster: Warum dein Rezept Geschwister braucht

Jetzt kommt der Teil, den ich bei Foodblogs am häufigsten übersehen sehe. Und der oft mehr bewegt als das Feilen am einzelnen Rezept.

Google bewertet nicht nur die einzelne Seite. Es schaut auch, wie viel dein Blog zu einem Thema zu sagen hat und ob es das findet. Und genau da verschenken die meisten Foodblogs Potenzial. Nicht weil Rezepte fehlen, sondern weil die vorhandenen Rezepte nichts voneinander wissen.

Der Mini-Cluster: ein Unterthema, sauber gebündelt

Ein Mini-Cluster ist ein klar umrissenes Unterthema mit seinen Rezepten, zum Beispiel "Käsekuchen ohne Backen". Dazu gehören:

  • eine Seite, die das Thema zusammenhält, also eine Kategorieseite oder Sammlung, die erklärt, was es in diesem Thema gibt, und bei der Auswahl hilft
  • die einzelnen Rezepte, jedes mit einer eigenen, klaren Suchabsicht (mit Keksboden, ohne Gelatine, im Glas, als Torte)
  • Links in beide Richtungen: von der Sammlung zu jedem Rezept, von jedem Rezept zurück zur Sammlung und zu den Rezepten, die wirklich verwandt sind

Ab etwa acht eigenen Seiten zu einem Unterthema lohnt es sich nach meiner Erfahrung, daraus einen Mini-Cluster zu machen.

Der Mega-Cluster: die Hauptkategorie darüber

Ein Mega-Cluster ist die nächste Ebene: eine Hauptkategorie, unter der mehrere Mini-Cluster hängen. Beim Käsekuchen sähe das so aus:

  • Käsekuchen als Hauptseite mit Grundrezept
  • Mini-Cluster Käsekuchen ohne Backen
  • Mini-Cluster Käse-Sahne-Torte
  • Mini-Cluster Käsekuchen vom Blech
  • Mini-Cluster Käsekuchen ohne Boden

Jeder Mini-Cluster stärkt die Hauptseite, und die Hauptseite verteilt die Leserinnen weiter in die Unterthemen. So entsteht aus 40 einzelnen Käsekuchen-Rezepten ein Themenbereich, bei dem für Google und für die Leserin sofort klar ist: Hier kennt sich jemand mit Käsekuchen aus.

Mega-Cluster Käsekuchen mit vier Mini-Clustern, jeder mit Sammelseite und Rezepten

Site Focus und Site Radius: Wie nah bleibst du an deinem Thema?

Im Frühjahr 2024 sind interne Unterlagen von Google öffentlich geworden. Darin tauchen zwei Begriffe auf, die für Foodblogs spannend sind: Site Focus (im Original siteFocusScore) und Site Radius (siteRadius).

  • Site Focus beschreibt, wie stark sich eine Website auf ein Thema konzentriert.
  • Site Radius beschreibt, wie weit sich die einzelnen Seiten von diesem Kernthema entfernen.

Hier muss ich ganz ehrlich sein: Wie Google diese Werte genau berechnet und wie stark sie in die Rangfolge eingehen, weiß außerhalb von Google niemand. Es gibt Namen, keine Formel. Wer dir einen "Site-Focus-Score für Google" verkauft, verkauft eine Schätzung.

Die Idee dahinter ist aber gut nachvollziehbar, und sie passt zu allem, was ich in diesem Beitrag beschrieben habe. Ein Backblog mit 300 Kuchen, Torten und Broten hat einen klaren Kern. Kommen dazu zwanzig Reiseberichte, drei Beiträge über Gartenmöbel und ein Tutorial zum Babybrei, dann liegen diese Seiten weit draußen. Der Blog wird für Google schwerer einzuordnen: Wofür steht er eigentlich?

Blogfokus und Blogradius im Vergleich: ein fokussierter Backblog mit Seiten dicht am Kern und ein breiter Blog mit weit verstreuten Seiten

Ich messe das in meinen eigenen Analysen mit einer Näherung: Ich berechne, wie ähnlich sich die Texte eines Blogs inhaltlich sind, wo die Mitte liegt und welche Seiten weit davon entfernt sind. Das ist nicht Googles Wert, aber es zeigt zuverlässig, welche Rezepte zum Kern gehören und welche Ausreißer sind. Ich nenne das Blogfokus und Blogradius. Einen ersten Blick auf deinen Schwerpunkt bekommst du im kostenlosen Blogfokus-Check, die vollständige Messung mit allen Seiten mache ich im Setup danach.

Und hier kommen die Cluster ins Spiel. Mini- und Mega-Cluster sind der praktische Weg, deinen Fokus sichtbar zu machen. Sie ändern nicht, worüber du schreibst. Sie sorgen dafür, dass die Rezepte, die zu deinem Kern gehören, auch als Kern erkennbar sind: gebündelt, verlinkt, mit einer Seite, die das Thema zusammenhält.

Mein Tipp: Ausreißer musst du nicht löschen. Das Reise-Rezept aus Südtirol kann bleiben. Aber bevor du einen neuen Beitrag schreibst, frag dich: Zahlt der auf einen meiner Cluster ein, oder macht er ein neues Fass auf? Fünf neue Rezepte in einem bestehenden Mini-Cluster bringen in der Regel mehr als fünf Rezepte zu fünf neuen Themen.

Die drei Fehler, die ich am häufigsten sehe

Der versteckte Cluster. Du hast zehn Blechkuchen mit Quark, aber sie liegen alle nur in der Kategorie "Backen", zwischen Brot und Plätzchen. Es gibt keine eigene Seite, keine Verlinkung untereinander. Für Google sind das zehn einzelne Rezepte, kein Thema. Das ist die gute Nachricht in diesem Beitrag: Hier musst du nichts Neues schreiben. Die Rezepte sind da, sie müssen nur gebündelt werden.

Zwei Rezepte für dieselbe Suche. "Käsekuchen ohne Boden" von 2018 und "Der beste Käsekuchen ohne Boden" von 2023. Beide wollen für dieselbe Suche gefunden werden und nehmen sich gegenseitig die Kraft. Entscheide dich für ein Hauptrezept. Das andere bekommt einen klar anderen Schwerpunkt (zum Beispiel "ohne Grieß" oder "in der kleinen Form") und verlinkt auf das Hauptrezept, oder es geht im Hauptrezept auf.

Der Cluster ohne Mitte. Viele Rezepte, gut verlinkt, aber keine Seite, die das Thema erklärt und die Auswahl erleichtert. Eine reine Kategorieseite mit 40 Kacheln reicht dafür nicht. Ein paar Sätze, welches Rezept für wen gedacht ist, machen den Unterschied (siehe Punkt 8 der zweiten Liste).

Warum das so viel bringt

Weil du an Seiten arbeitest, die Google schon kennt. Ein neues Rezept fängt bei null an. Ein bestehendes Rezept, das plötzlich in einem sauberen Cluster steht, nimmt seine Geschichte mit. Deshalb fange ich bei Kundinnen fast immer mit dem Bündeln an, bevor ich über neue Rezepte rede.

Und je umkämpfter das Thema, desto wichtiger wird das. Bei kleinen, sehr speziellen Suchen wie "Käsekuchen mit Rhabarber im Glas" kann ein einzelnes gutes Rezept reichen. Bei den großen Suchbegriffen mit Zehntausenden Suchen im Monat entscheidet fast immer, wer das ganze Thema abdeckt. Dort ist der Cluster keine Kür, sondern die Eintrittskarte.

Warum steht der schlechtere Beitrag trotzdem vor mir?

Weil "schlechter" meistens heißt: weniger schön, weniger persönlich, weniger Aufwand. Und genau danach sortiert Google nicht.

Oft liegt es an dem, was du von außen nicht siehst. Wie viele andere Seiten auf den Beitrag verlinken, wie gut die Seite zur genauen Suchanfrage passt, und eben: ob der Blog dahinter einen ganzen Cluster zu diesem Thema hat oder nur ein einzelnes Rezept. Deshalb ist eine einzelne Platzierung fast nie zu erklären, schon gar nicht durch einen Blick auf die Fotos.

Wenn dein Blog thematisch sehr breit ist, also wenig Fokus und einen großen Radius hat, kann genau das der Grund sein. Damit beschäftige ich mich im Beitrag zur Blog-Nische.

Mein Fazit: Eine Frage statt neunzehn Regeln

Wenn du dir aus diesem Beitrag nur eine Sache mitnimmst, dann diese Frage. Stell sie dir bei jedem Detail, an dem du gerade feilst:

Welche Unsicherheit nimmt das einer Person ab, die wegen genau dieser Suche hier gelandet ist?

Wenn die Antwort "keine" ist, heißt das nicht, dass du es lassen musst. Es heißt nur, dass du es für dich und deine Stammleserinnen machst, und nicht für Google. Das ist völlig in Ordnung. Du solltest nur nicht enttäuscht sein, wenn Google es nicht bemerkt.

Wo steht dein Blog? Der Blogfokus-Check

Die neunzehn Punkte oben kannst du selbst durchgehen. Bei den Clustern und beim Fokus ist das schwieriger, weil du deinen eigenen Blog von innen kennst und nicht so, wie Google ihn sieht.

Genau dafür gibt es den kostenlosen Blogfokus-Check. Ich brauche nur deine Blog-URL, und du bekommst:

  • welche Themen deinen Blog heute tragen, gemessen an Rankings und Sichtbarkeit, nicht an der Zahl der Rezepte
  • wo sich deine Kategorien überschneiden, wo sie zu grob sind und welche kaum etwas beitragen
  • welche Rezepte sich gegenseitig im Weg stehen, weil sie für dieselbe Suche gefunden werden wollen

Jetzt den kostenlosen Blogfokus-Check anfragen

Wenn du tiefer einsteigen willst, folgt das Setup mit deiner Search Console: Blogfokus und Blogradius über alle Seiten, versteckte Mini-Cluster und eine Liste der Stellen, an denen du mit wenig Aufwand am meisten holst. Wenn du danach einzelne Rezepte, einen Mini-Cluster oder gleich einen ganzen Mega-Cluster mit mir überarbeiten willst: Dafür gibt es das Content Upgrade.