Die häufigste Frage, die in unserem Postfach landet, lautet sinngemäß: "Welches Plugin brauche ich noch?" Dahinter steckt fast immer eine Bloggerin, die seit zwei Jahren schreibt, gute Rezepte hat, ordentliche Fotos macht und trotzdem das Gefühl hat, dass irgendetwas fehlt. Sie sucht die Antwort im Plugin-Verzeichnis, weil dort die Antworten liegen, die man kaufen kann.

Ich glaube, die Frage kommt zu früh. Bevor du weißt, welches Werkzeug du brauchst, brauchst du eine Liste dessen, was dein Blog überhaupt können muss. Diese Liste haben wir uns diesen Sommer hingesetzt und vollständig aufgeschrieben, aus dem, was wir in der Agentur an echten Blogs sehen: was funktioniert, was fehlt, und was Bloggerinnen erst dann vermissen, wenn es ihnen jemand einmal vorgemacht hat.

Fünf Bereiche sind es geworden. Die Bilder in diesem Post sind keine Zeichnungen, sondern Ausschnitte aus einer laufenden Rezeptseite. Du kannst sie dir jederzeit selbst ansehen, die Links dazu stehen an den passenden Stellen. Am Ende findest du die vollständige Anforderungsliste als Tabelle zum Durchgehen und die Rechnung, was der Plugin-Weg pro Jahr kostet.

1. Rezepte darstellen

Das ist der Bereich, an den alle zuerst denken, und deshalb der, der am häufigsten gelöst ist. Interessant wird er trotzdem, weil er aus zwei Teilen besteht und der zweite fast immer vergessen wird.

Die Rezeptkarte

Zutaten, Schritte, Zeiten, Portionen, Druckansicht: Das liefert jedes gute Rezept-Plugin. WP Recipe Maker Premium kostet dafür rund 55 Euro im Jahr, und das Geld ist gut angelegt, wenn du sonst nichts vorhast.

So sieht der Zutatenteil aus, wenn er richtig gebaut ist:

Zutatenkarte eines Schokoladenkuchens mit Portionsrechner und zwei Zutatengruppen für Teig und Ganache

Zwei Dinge sind daran wichtiger, als sie aussehen. Der Portionsrechner (1) rechnet die Mengen live mit, wenn jemand statt zwölf Portionen nur sechs braucht. Das klingt nach Spielerei, ist aber die Funktion, die in der Küche am häufigsten benutzt wird. Die Zutatengruppen (2) trennen Teig und Ganache. Wer schon einmal ein Rezept mit 14 Zutaten am Stück heruntergelesen hat, während die Butter schmilzt, weiß, warum das zählt.

Bei den Zubereitungsschritten trennt sich dann die Spreu:

Ein Zubereitungsschritt mit Text und einem Foto vom Aufschlagen der Eier

Ein Foto pro Schritt. Klingt banal, ist aber der Punkt, an dem die meisten Plugin-Karten aufhören: Sie können einen Text pro Schritt, ein Bild pro Schritt eingeschränkt oder gar nicht. Dazu kommen drei Dinge, die uns bei Blog-Analysen fast nie begegnen und die wir für wichtig halten: eine Kurz- und eine Langfassung der Zubereitung parallel, damit erfahrene Leserinnen nicht durch sieben Absätze scrollen müssen. Ein Kochmodus mit großer Schrift, der den Bildschirm anlässt. Und ein Inhaltsverzeichnis, das serverseitig im HTML steht statt per JavaScript nachgeladen zu werden. Der letzte Punkt klingt technisch, ist aber bares Geld: Nur was im ausgelieferten HTML steht, kann Google als Sprungmarke in die Suchergebnisse übernehmen.

So prüfst du es: Ruf ein eigenes Rezept auf dem Handy auf und versuch, danach zu kochen. Klebrige Finger, Bildschirm geht aus, du hast Schritt 4 verloren. Wenn dein Rezept diesen Test besteht, ist der Bereich erledigt.

Was WordPress ohne alles hier liefert: nichts. Ein Rezept ist dort ein Blogbeitrag mit einer Liste drin.

Wie eine vollständige Rezeptseite aufgebaut sein sollte, unabhängig vom Werkzeug, steht im Kurs Die perfekte Rezeptseite für Foodblogs. Die Seite, aus der die beiden Bilder stammen, kannst du hier komplett ansehen: Demo einer Rezeptseite.

Die Vorschaukachel

Und jetzt der Teil, den fast niemand auf dem Schirm hat. Das hier ist eine einzelne Kachel aus einer Rezeptübersicht:

Eine Rezept-Vorschaukachel mit Badge, Merken-Symbol, Kategorie, Bewertung, Zubereitungszeit und Schwierigkeit

Fünf Angaben stehen darauf, die alle eine Aufgabe haben. Das Abzeichen (1) hebt hervor, was gerade läuft, "Beliebt" oder "Neu" oder "Klassiker". Das Merken-Symbol (2) speichert das Rezept, ohne dass die Leserin die Kachel überhaupt verlassen muss. Die Kategorie (3) ordnet ein. Die Bewertung (4) ist das stärkste Klicksignal, das du hast. Zubereitungszeit und Schwierigkeit (5) beantworten die einzige Frage, die vor dem Klick wirklich zählt: Schaffe ich das heute Abend noch?

Der Haken daran: Die Kachel gehört deinem Theme, nicht deinem Rezept-Plugin. Dein Rezept-Plugin kennt Zubereitungszeit, Schwierigkeit, Bewertung und Ernährungsweise ganz genau, aber es kommt an diese Kachel nicht heran, weil sie das Theme rendert. Was darauf steht, legt also das Theme fest, und bei den meisten Themes sind das Bild, Titel und vielleicht ein Datum.

Wer trotzdem eine Bewertung oder ein Vegan-Symbol auf die Kachel bekommen will, braucht einen CSS-Eingriff oder eine Entwicklerin. Ohne Child-Theme ist beides beim nächsten Theme-Update wieder weg.

Warum uns das so wichtig ist, zeigt das nächste Bild besser als jeder Absatz:

Neun Rezept-Vorschaukacheln in einem dreispaltigen Raster, jede mit Bild, Kategorie, Titel, Bewertung, Zeit und Schwierigkeit

Eine Rezeptseite sieht deine Leserin einmal. Diese Kacheln sieht sie neun Mal auf einer einzigen Übersichtsseite, dazu auf jeder Kategorieseite, in jedem Suchergebnis und unter jedem Rezept als Empfehlung. Es ist die mit Abstand häufigste Oberfläche deines Blogs, und sie ist bei den meisten Blogs die leerste.

Das kostet real Besuche. Eine Leserin, die vegan kocht und erst nach dem Klick erfährt, dass Butter drin ist, klickt beim nächsten Mal nicht mehr. Die Information gehört auf die Kachel, nicht dahinter.

So prüfst du es: Öffne deine Kategorieseite und schau dir eine Kachel an. Steht mehr drauf als Bild, Titel und Datum? Wenn nein, verschenkst du an dieser Stelle jeden Tag Klicks.

2. Rezepte auf dem Blog finden

Hier ist der Abstand zwischen "geht" und "geht gut" am größten, und das ist auch der Grund, warum wir die ganze Liste überhaupt aufgeschrieben haben.

Die Suche

WordPress durchsucht ausschließlich Titel, Auszug und Beitragstext. Deine Zutaten liegen aber in einem separaten Datenfeld, das die Standardsuche nicht anfasst. Was das praktisch bedeutet:

Dieselbe Suche nach Zitronenkuchen ohne Butter: die WordPress-Standardsuche findet nichts, die Rezeptsuche findet drei Rezepte

Das ist kein Vorwurf an WP Recipe Maker, das Plugin verspricht auch nichts anderes. Es ist eine Lücke, die niemand erwähnt, solange man nicht danach fragt. In einer Onboarding-Analyse, die wir diesen Juli für einen Blog aus unserer Betreuung gemacht haben, steht der Satz fast wörtlich so drin: Rezeptkarten-Inhalte sind über die Standardsuche nicht auffindbar.

Dazu kommt: Die Standardsuche sortiert nach Datum, nicht nach Relevanz. Dein bestes Rezept zum Suchbegriff steht auf Platz 9, weil es von 2021 ist.

Wer das mit Plugins lösen will, kauft SearchWP für rund 90 Euro im Jahr, damit die Suche das Zutatenfeld überhaupt lesen kann. Was auch das nicht mitbringt, ist deutsche Sprachlogik: dass "Kasekuchen" den Käsekuchen findet, dass "gebacken" auf "backen" zurückgeführt wird, und dass "Ei" nicht jedes "drei" und "zwei" mit trifft.

So prüfst du es: Such auf deinem eigenen Blog nach einer Zutat, die garantiert in einem Rezept steckt, aber nicht im Titel steht. Ahornsirup, Kreuzkümmel, Buttermilch. Kommt nichts zurück, hast du das Thema.

Filter und Sortierung

Suche ist die eine Hälfte, Filter sind die andere. Wer nicht weiß, wonach er sucht, sondern nur, was er will, filtert:

Suchleiste mit dem Begriff Schokoladenkuchen, drei kombinierbare Filter und die Trefferzeile mit Sortierung

Die Suchleiste (1) und die Filter (2) arbeiten zusammen, statt sich gegenseitig zurückzusetzen. Die Sortierung (3) überlässt die letzte Entscheidung der Leserin: neueste, beste Bewertung, kürzeste Zubereitungszeit.

Kombinierbare Filter gibt es als Plugin, FacetWP kostet rund 90 Euro im Jahr. Was in beiden Fällen zählt, ist die Frage, was passiert, wenn nichts übrig bleibt. Eine Ergebnisseite mit null Treffern und ohne Vorschlag ist eine Sackgasse, und Sackgassen sind der teuerste Fehler auf einer Rezeptseite, weil die Leserin dann bei Google zurückgeht und beim nächsten Blog landet.

Wie wir Suche und Filter gebaut haben, steht im Kurs Rezeptsuche im Foodblogliebe-Theme. Warum Rezept-Plugins an dieser Stelle strukturell an eine Grenze stoßen, im Kurs Warum Rezept-Plugins an Grenzen stoßen. Die Suchseite aus dem Bild kannst du hier ausprobieren: Demo der Rezeptsuche.

Wenn die Leserin gar nicht sucht

Suche und Filter haben eine gemeinsame Voraussetzung: Die Leserin weiß, was sie will. Der größere Teil weiß das nicht. Sie kommt über Pinterest oder Google auf ein einzelnes Rezept, findet es gut, klickt weiter, und ab da liegt es an dir, ob sie noch etwas findet. Die Standardantwort von WordPress darauf ist die Startseite mit den neuesten Beiträgen, also eine Sortierung danach, wann du etwas geschrieben hast. Für die Leserin ist das die uninteressanteste Reihenfolge, die es gibt.

Drei Einstiege lösen das, und keiner davon ist ein Suchfeld.

Der Saisonkalender. Der stärkste davon, weil er als einziger von außen getaktet wird: Im März sucht das halbe Land nach Bärlauch, im Juni nach Erdbeeren, im Oktober nach Kürbis. Eine Seite, die für jeden Monat zeigt, was gerade Saison hat, und jede Zutat direkt in die gefilterte Rezeptsuche verlinkt, macht aus dieser Nachfrage einen Weg zu deinen Rezepten. Unserer deckt 59 Zutaten ab, 45 Gemüse- und 14 Obstsorten, und trennt frische Freilandware von Lagerware. Diese Trennung ist wichtiger, als sie klingt: Äpfel liegen das ganze Jahr im Supermarkt, frisch vom Feld gibt es sie ein paar Monate. Wer das nicht unterscheidet, baut einen Kalender, auf dem im Februar alles Saison hat.

Als Plugin gibt es das nicht. Was es gibt, sind Blogbeiträge mit dem Titel "Saisonkalender", meistens eine Tabelle als Bild, ohne einen einzigen Link auf ein Rezept. Wie so ein Kalender aufgebaut ist und wie du ihn über das Jahr redaktionell nutzt, steht im Kurs Saisonkalender im Foodblogliebe Theme.

Kuratierte Sammlungen. Kategorieseiten baut WordPress automatisch, und das sieht man ihnen an: alles mit dem Schlagwort "Kuchen", chronologisch untereinander. Eine Sammlung ist das Gegenteil. Du stellst sie selbst zusammen und begründest sie, "Zwölf Rezepte für den Osterbrunch" oder "Was ich koche, wenn Besuch kommt und der Kühlschrank leer ist". Reihenfolge, Auswahl und Text dazwischen gehören dir. Das ist die Seite, die man verlinkt und bei Pinterest teilt, und die einzige Übersichtsform auf deinem Blog, in der überhaupt eine Meinung vorkommt.

Von Hand geht das überall, auch ohne Plugin. Es kostet pro Sammlung einen Abend im Blockeditor und altert schlecht, weil jedes neue passende Rezept von Hand nachgetragen werden muss. Wie Sammlungen, Kategorien und Archive zusammenspielen, ohne sich gegenseitig das Ranking wegzunehmen, steht im Kurs Content-Struktur im Foodblogliebe Theme.

Der Wochenplaner. Ehrlich dazu: Das ist der Punkt in dieser Liste, den die wenigsten Blogs brauchen. Wenn er passt, dann aber richtig. Ein Planer, der aus deinen Rezepten eine Woche zusammenstellt, einzelne Gerichte tauschbar macht und am Ende eine Einkaufsliste ausgibt, beantwortet die Frage, die vor jedem einzelnen Rezept steht: Was koche ich diese Woche? Bei 40 Rezepten lohnt sich der Aufwand nicht. Ab ein paar hundert Rezepten und mit Familienküche als Thema ist es das Feature, wegen dem Leserinnen wiederkommen, statt einmal ein Rezept mitzunehmen. Ein Plugin, das das für deutsche Foodblogs sauber löst, ist mir bisher nicht untergekommen.

So prüfst du es: Öffne deinen Blog in einem privaten Fenster, so wie eine Leserin ihn zum ersten Mal sieht. Such dir einen Weg zu einem Rezept, ohne das Suchfeld zu benutzen und ohne vorher zu wissen, was du willst. Wenn du nach zwei Klicks bei "Beiträge, neueste zuerst" landest, fehlt dir dieser Bereich komplett.

Die Merkliste

Der letzte Weg, ein Rezept wiederzufinden, ist der, den die Leserin selbst anlegt. Und hier hängt fast alles daran, wo die Liste eigentlich gespeichert wird:

Drei Varianten der Merkliste beim Gerätewechsel vom Handy zum Tablet: nur im Browser, nur mit Benutzerkonto, über die E-Mail-Adresse

Die dritte Variante ist der Grund, warum wir die Merkliste überhaupt für wichtig halten: Sie ist kein Nebenfeature, sondern der beste Anlass, den du hast, um nach einer E-Mail-Adresse zu fragen. Niemand trägt sich für einen Newsletter ein, weil auf der Seite "Newsletter" steht. Aber jemand, der gerade zwölf Rezepte gemerkt hat und sie nicht verlieren will, trägt sich ein.

So prüfst du es: Frag dich, wie eine Leserin, die dein Rezept gut fand, jemals wieder zu dir zurückfindet. Wenn die einzige Antwort "über Google" lautet, fehlt dir dieser ganze Bereich.

3. Rezepte bei Google finden

Der Bereich, in dem der Plugin-Weg wirklich gut ist. Das gehört gesagt, sonst liest sich dieser Post wie Werbung.

RankMath Pro oder Yoast Premium kosten 75 bis 95 Euro im Jahr und liefern Titel, Meta-Beschreibung, Vorschaubild für soziale Netze und eine ordentliche Sitemap. Ein Rezept-Plugin liefert das Rezept-Schema für die Rich Results, also die Bilder, Zeiten und Sterne, die dein Rezept in der Google-Suche aus der Textwüste herausheben. Redirection ist kostenlos und fängt Weiterleitungen ab, wenn du eine URL änderst. Zusammen deckt dieser Stapel den Bereich weitgehend ab.

Drei Dinge fehlen ihm trotzdem.

Eine Qualitätsbewertung je Rezept. Wenn du 300 Rezepte hast, brauchst du eine Liste, welche davon unvollständig sind: ohne Nährwerte, ohne Zeiten, ohne Bild im richtigen Format. Von Hand findest du die nie.

Eine Search-Console-Auswertung, die etwas sagt. Zahlen anzeigen kann jedes SEO-Plugin. Nützlich wird es erst, wenn dir jemand sagt, welche Seite gerade auf Seite 2 klebt und mit einer kleinen Überarbeitung nach vorne käme, oder wo zwei deiner eigenen Rezepte sich gegenseitig das Ranking wegnehmen.

Ein Scanner, der deine eigene Seite durchläuft. Denn kaputt ist das Schema öfter, als man denkt. In einem einzigen SEO-Audit haben wir bei einem Blog Nährwerte mit 0,2 Kalorien statt 300 im strukturierten Datensatz gefunden, einen Zahlencode als Bildbeschreibung und zerschossene Sonderzeichen. Alles Plugin-Ausgabe, alles unsichtbar, solange man nicht den Quelltext liest.

So prüfst du es: Nimm die URL deines meistgelesenen Rezepts und wirf sie in Googles Rich-Results-Test. Wenn dort Warnungen stehen, weißt du, wo du anfängst.

Was in die strukturierten Daten eines Rezepts gehört und welche Felder Google tatsächlich auswertet, steht ausführlich im Kurs Strukturierte Daten für Rezepte. Für den Aufbau davor: SEO für Rezeptseiten.

4. Monetarisierung

Dazu haben wir vier eigene Posts, die tiefer gehen als es hier sinnvoll wäre. In dieser Liste geht es deshalb nur um eine Frage: Was muss dein Blog technisch können, damit Geld überhaupt fließen kann?

Werbeplätze, die den Rest nicht mitreißen. Werbung ist für die meisten Foodblogs die größte Einnahmequelle und gleichzeitig die größte Gefahr für die Ladezeit. Was du brauchst, sind feste Plätze im Seitenlayout, die reserviert sind, bevor die Anzeige geladen wird. Sonst springt der Inhalt beim Laden, und genau dieses Springen bewertet Google negativ. Welches Werbenetzwerk sich für welche Größe lohnt, steht in QMN gegen Mediavine.

VG-Wort-Zählpixel, automatisch gesetzt. Für deutsche Blogs ist die VG Wort der am meisten unterschätzte Posten, weil das Geld für Arbeit kommt, die du ohnehin gemacht hast. Wer das Pixel nicht setzt, bekommt nichts. Wer es von Hand setzt, vergisst es. Die Details stehen in VG-Wort-Einnahmen für Foodblogs.

Affiliate-Produktboxen an der richtigen Stelle. Die Utensilienliste im Rezept ist der einzige Ort, an dem eine Kaufempfehlung nicht wie Werbung wirkt, weil sie dort tatsächlich hilft. Mehr dazu im Kurs Amazon-Affiliate-Links für Foodblogs.

Digitale Produkte verkaufen, ohne ein Shop-System zu betreiben. Für ein E-Book oder ein PDF-Kochbuch brauchst du keinen WooCommerce-Shop mit Versandkosten, Steuersätzen und Lagerverwaltung. Du brauchst eine Bezahlseite und einen Download-Link per Mail. Welche Anbieter dafür wie viel von deinem Umsatz einbehalten, haben wir in Digitale Produkte und Kochbücher verkaufen durchgerechnet.

So prüfst du es: Öffne dein meistgelesenes Rezept auf dem Handy und scroll langsam durch. Springt der Text, während die Anzeigen nachladen? Dann kostet dich deine Werbung gerade Sichtbarkeit.

5. PageSpeed

Der Bereich, in dem etwas passiert, das sich der gesunde Menschenverstand nicht ausdenken würde: Plugins machen deinen Blog in fast jedem Bereich besser. Beim Tempo machen sie ihn schlechter.

Der Grund ist banal. Jedes Plugin bringt eigenes CSS und eigenes JavaScript mit und lädt es auf jeder Seite, unabhängig davon, ob die Seite es braucht. Zehn Plugins liefern zehn Stylesheets aus, von denen jede Seite einen Bruchteil verwendet. Ein frisch aufgesetztes WordPress ohne Plugins ist schnell. Nach zwei Jahren Bloggen mit siebzehn Plugins ist es das nicht mehr.

Balkenvergleich: 8,9 Sekunden bis der Hauptinhalt einer Rezeptseite steht, 7,2 Sekunden reine Backend-Grundlast, gegen den Zielwert von 2,5 Sekunden

Tempo für deine Leserin

Der obere Balken ist der, den alle kennen. Ein Caching-Plugin wie WP Rocket (rund 60 Euro im Jahr) hilft dagegen, aber anders, als die meisten denken: Es macht deine Seite nicht leichter, es liefert sie nur schneller aus. Auf dem gemessenen Blog war es installiert und eingerichtet, und die Rezeptseite brauchte trotzdem 8,9 Sekunden, bis der Hauptinhalt stand. Der Zielwert liegt unter 2,5.

So prüfst du es: PageSpeed Insights aufrufen, die URL deines meistgelesenen Rezepts eintragen, auf den Reiter für Mobilgeräte wechseln. Der Wert, auf den es ankommt, heißt "Largest Contentful Paint".

Tempo für dich beim Schreiben

Der untere Balken ist der, der in keinem Angebot vorkommt, in keinem Plugin-Vergleich und in keiner Checkliste. Dabei ist er der einzige, den du jeden einzelnen Tag spürst.

Ein Caching-Plugin beschleunigt nur die Seiten für deine Leserinnen. Dein Backend wird nie zwischengespeichert. Jeder Klick im Adminbereich ist ein Kaltstart, bei dem sämtliche Plugins von Neuem geladen werden. Das heißt: Genau die Person, die den Blog schreibt, spürt den Plugin-Ballast am stärksten. Bei jedem Speichern, jedem Bildupload, jeder Rezeptbearbeitung.

Wie groß das wird, lässt sich sauber messen, indem man eine Adresse aufruft, die überhaupt keinen Seiteninhalt hat, die robots.txt zum Beispiel. Was dann noch an Zeit vergeht, ist reine Grundlast. Auf einem Blog mit siebzehn aktiven Plugins waren das 7,2 Sekunden, für eine Textdatei mit drei Zeilen Inhalt.

So prüfst du es: Häng /robots.txt an deine Domain und schau, wie lange es dauert. Alles über zwei Sekunden ist Grundlast, die du bei jedem Klick im Backend mitbezahlst.

Ehrlich dazu: Auch bei uns ist das nicht null. Ein Theme mit eigenen Datenbanktabellen und regelmäßigen Hintergrundaufgaben erzeugt ebenfalls Last. Der Unterschied ist, dass es ein Codestand ist, den wir kennen und aufräumen können, statt siebzehn, die sich gegenseitig nicht kennen.

Die technische Erklärung, warum WordPress an dieser Stelle so anfällig ist, haben wir hier ausführlicher aufgeschrieben: Was ist der Nachteil an WordPress und wie kann man ihn umgehen.

Die Anforderungsliste am Stück

Hier ist die vollständige Liste zum Durchgehen, mit der ehrlichen Antwort, was die drei Wege jeweils liefern. "Eigenes Theme" steht für ein auf Foodblogs zugeschnittenes Theme mit eigenen Plugins, in unserem Fall das Foodblogliebe-Theme.

AnforderungWordPress purWordPress + PluginsEigenes Theme
Rezepte darstellen
Rezeptkarte mit Zutaten, Schritten, ZeitenneinRezept-Plugin, ab 55 €/Jahreingebaut
Portionsrechnerneinin Premium-Stufeneingebaut
Zutaten in Gruppenneinteilweiseinklusive Zusatz je Zutat
Bilder pro Zubereitungsschrittneineingeschränktbis zu vier je Schritt
Kurz- und Langfassung parallelneinneineingebaut
Kochmodus, große Schrift, freihändigneinselteneingebaut
Inhaltsverzeichnis im HTML statt per JavaScriptneinmeist per JavaScriptim HTML
Bewertung und Ernährungsweise auf der Vorschaukachelneinnein, Kachel gehört dem Themefrei belegbar
Zeit und Schwierigkeit auf der Kachelneinneinfrei belegbar
Kachel umbauen ohne Codeneinnur per CSS, updateanfällig16 wählbare Angaben
Rezepte auf dem Blog finden
Suche findet ZutatenneinSearchWP, ~90 €/Jahreingebaut
Trefferreihenfolge nach Relevanznein, nach Datummit SearchWPPunktwertung
Deutsche Ein-/Mehrzahl, Umlaute, Partizipneinneineingebaut
Filter kombinierbar, Kategorie plus Ernährung plus ZeitneinFacetWP, ~90 €/Jahreingebaut
Sortierung durch die Leserinneinjasechs Kriterien
Sinnvolle Seite bei null TreffernSackgasseSackgasseText plus beliebte Rezepte
Merkliste ohne Benutzerkontoneinnur im Browserüber die E-Mail-Adresse
Saisonkalender als Einstiegneinnein59 Zutaten, jede in die Suche verlinkt
Kuratierte Sammlungenvon Hand je Seitevon Hand je Seiteeigener Inhaltstyp
Wochenplaner mit Einkaufslisteneinneineingebaut, Gerichte tauschbar
Rezepte bei Google finden
Rezept-Schema für Rich ResultsneinRezept-Plugineingebaut
Bewertungssterne in den Suchergebnissenneinjaauch auf Kategorieseiten
Titel, Beschreibung, Vorschaubild für soziale NetzeneinRankMath oder Yoast, 75-95 €/Jahreingebaut
Weiterleitungen bei URL-ÄnderungneinRedirection, kostenlosautomatisch
Qualitätsbewertung je Rezeptneinnur für TextPunktwert 0-100
Eigene Seite auf Schema-Fehler prüfenneinneinScanner eingebaut
Monetarisierung
Feste Werbeplätze ohne Layout-Sprungvon HandWerbe-PluginPlätze je Blog definiert
VG-Wort-ZählpixelneinProsodia oder Worthyautomatisch
Affiliate-Produktboxenvon HandAAWP, Lassoeingebaut
Digitale Produkte verkaufenneinWooCommerce, überdimensioniertBezahlseite plus Mailversand
Newsletter mit Double-Opt-inneinMailPoet oder Brevo, ab 120 €/Jahreingebaut
PageSpeed
Seiten-CacheneinWP Rocket, ~60 €/Jahreingebaut
Weniger Code statt schnellerer Auslieferungnicht steuerbarjedes Plugin lädt eigenes CSS mitein Codestand
Moderne Bildformateteilweiseja, oft nicht eingerichteteingebaut
Tempo im Backendgutleidet mit jedem Pluginein Codestand
Und einmal ehrlich
Automatische DatensicherungneinUpdraftPlus, hier klar besserfehlt uns
Eigenen Sonderwunsch umsetzen lassennur mit EntwicklerinCSS-Eingriff, bricht beim Updatekleine Änderung im eigenen Code

Die letzte Zeile ist die, die im Gespräch am meisten trägt. Für einen blogspezifischen Wunsch, eine zusätzliche Angabe auf der Kachel, ein anderes Verhalten im Filter, ein eigenes Abzeichen, gibt es schlicht kein Plugin. Was bleibt, ist ein Eingriff ins Theme, der ohne Child-Theme beim nächsten Update verschwindet. Bei einem eigenen Theme ist derselbe Wunsch eine kleine Änderung an Code, den wir kontrollieren, in der Größenordnung 50 bis 100 Euro, und updatefest.

Was der Plugin-Weg kostet

Wenn du die Liste oben mit fremden Plugins abdecken willst, sieht die Jahresrechnung so aus. Preise Stand Juli 2026, netto, Einzelplatzlizenz.

ZweckTypisches PluginKosten pro Jahr
Rezeptkarten und SchemaWP Recipe Maker Premium~55 €
CachingWP Rocket~60 €
SEORankMath Pro oder Yoast Premium75-95 €
BildoptimierungEWWW Image Optimizer0 €
NewsletterMailPoet oder Brevo120-300 €
Bessere SucheSearchWP~90 €
Filter und FacettenFacetWP~90 €
Theme-ErweiterungKadence Pro oder Astra Pro~55 €
Eigene DatenfelderACF Pro~45 €
Summeneun Lizenzen590-790 €/Jahr

Jedes Jahr wieder, plus die Zeit für Pflege, Updates und die Fehlersuche, wenn zwei davon sich in die Quere kommen.

In der Praxis lizenziert kaum jemand den vollen Stapel. Der Sockel, den wir bei Blog-Übernahmen tatsächlich vorfinden, sind zwei Plugins: ein Caching-Plugin und ein Rezept-Plugin, zusammen rund 115 Euro im Jahr. Das ist eine vernünftige Entscheidung, und sie erklärt gleichzeitig, warum die Rezeptsuche auf so vielen Blogs keine Zutaten kennt und die Kacheln leer aussehen. Die Plugins, die das lösen würden, sind die, die man sich zuerst spart.

Das ist die eigentliche Aussage dieser Rechnung: Der günstige Plugin-Stapel deckt die Liste nicht ab, und der vollständige kostet mehr als eine laufende Betreuung.

Wo der Plugin-Weg gewinnt

Diese Liste gehört dazu, sonst ist der Rest nichts wert.

Datensicherung. UpdraftPlus und vergleichbare Lösungen sind ausgereift, mit Zeitplan, externem Speicher und Wiederherstellung per Klick. Wir haben dazu nichts Vergleichbares. Das ist die ehrlichste Zeile in diesem ganzen Post.

Ein echter Shop. Für Versand, Steuersätze und mehrere Zahlarten führt kein Weg an WooCommerce vorbei. Unsere Verkaufsfunktion liefert PDFs und E-Books aus, mehr nicht.

Mehrsprachigkeit. WPML und Polylang sind nicht ersetzbar. Wer zweisprachig bloggen will, ist beim Plugin-Weg richtig.

Newsletter-Zustellbarkeit. Etablierte Versanddienste haben Reputation bei den Mailanbietern, ein selbst gehosteter Versand hat sie nicht. Ab wenigen hundert Empfängern gehört ein Dienst dazwischen, auch bei uns.

Standardfunktionen von der Stange. Für verbreitete Anforderungen gibt es ein fertiges Plugin, oft kostenlos und in fünf Minuten eingerichtet. Dieser Vorteil endet erst, sobald der Wunsch blogspezifisch wird.

Unabhängigkeit. Ein Plugin-Blog kann das Theme wechseln. Bei uns geht das nur eingeschränkt. Wir legen die Rezeptdaten bewusst in WordPress-Standardfeldern ab, damit ein Ausstieg möglich bleibt, aber ehrlich ist: leichter als bei einem austauschbaren Theme ist er nicht.

Fazit

Die Arbeit steckt in der Liste, nicht im Werkzeug. Wenn du die fünf Bereiche einmal an deinem eigenen Blog durchgegangen bist, weißt du, was dir fehlt, und die Frage nach dem Plugin beantwortet sich meistens von selbst.

Falls du nach einer Reihenfolge suchst: Fang bei der Vorschaukachel an. Sie ist die Oberfläche, die am häufigsten gesehen wird, bei den meisten Blogs am leersten ist und sich am schnellsten ändern lässt. Danach die Suche, weil sie der Bereich mit dem größten Unterschied zwischen "vorhanden" und "gut" ist. Erst dann das Tempo, denn Tempo verbessern, während die Leserin das Rezept ohnehin nicht findet, ist die falsche Reihenfolge.

Und noch etwas, das in keiner Rechnung auftaucht: Von den fünf Bereichen sind drei Dinge, die du einmal löst und danach nie wieder anfasst. Einer kostet dich jedes Jahr Lizenzgebühren. Und einer, das Tempo beim Schreiben, kostet dich jeden Tag Nerven, ohne dass jemals eine Rechnung dafür kommt.

Wenn du das Ganze lieber übergeben willst, statt es selbst zu sortieren: In der Betreuung und Pflege von Foodblogs machen wir genau diese Bestandsaufnahme als Erstes. Warum wir für die ersten beiden Bereiche irgendwann ein eigenes Theme gebaut haben statt weiter Plugins zu stapeln, steht hier: Warum es ein eigenes Foodblog-WordPress-Angebot von Foodblogliebe gibt. Und wenn du gerade grundsätzlicher überlegst, ob WordPress überhaupt die richtige Basis ist: Was ist die richtige Plattform für deinen Foodblog.


Transparenz: Wir bauen und verkaufen das Foodblogliebe-Theme, wir sind also nicht neutral. Die Screenshots in diesem Post stammen aus unseren öffentlichen Demo-Seiten und zeigen echte, laufende Oberflächen. Die Messwerte stammen aus Analysen echter Kundenblogs und beschreiben deren Zustand vor einer Überarbeitung. Vergleichbare veröffentlichte Werte für unsere eigenen Seiten haben wir noch nicht, deshalb steht in diesem Post keine einzige Zahl, die für uns wirbt. Sobald die Messung sauber gezogen ist, reichen wir sie nach.