Lektionen6

Pinterest-Integration für Foodblogs

Lerne, wie du deinen Foodblog sauber mit Pinterest verbindest — Website-Claim per Meta-Tag, Rezept-Rich-Pins und den RSS-Feed für automatisches Pinnen, sowohl im Standard-WordPress als auch im Foodblogliebe-Theme.

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Rich Pins für Rezepte richtig vorbereiten

Ein Beispiel aus dem letzten Monat: Wir haben einen Foodblog geprüft, der seit zwei Jahren ordentlich pinnt, aber keiner seiner Rezept-Pins zeigt auf Pinterest Zutaten oder...

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Ein Beispiel aus dem letzten Monat: Wir haben einen Foodblog geprüft, der seit zwei Jahren ordentlich pinnt, aber keiner seiner Rezept-Pins zeigt auf Pinterest Zutaten oder Zubereitungszeiten an. Der Blog hatte ein aktives Rezept-Plugin, der Website-Claim war gesetzt, OG-Tags waren perfekt. Das Problem: Das Rezept-Plugin war zwar installiert, aber auf 40 % der Rezepte wurde es gar nicht benutzt — die Rezepte lagen als reiner Blog-Text in den Beiträgen. Pinterest hat sich das HTML angeschaut, kein Recipe-Schema gefunden und deshalb stinknormale Image Pins gebaut.

Genau um diesen Fall geht es in dieser Lektion. Der Claim aus Lektion 2 regelt nur die Zuordnung von Domain zu Konto. Rich Pins entstehen erst, wenn auf jeder einzelnen Rezeptseite saubere, maschinenlesbare Rezeptdaten liegen. Ohne diese Daten kann Pinterest keinen Recipe Rich Pin erzeugen, egal wie hübsch dein Pin-Bild ist.

Was Pinterest auf deiner Rezeptseite tatsächlich ausliest

Pinterest nutzt für Recipe Rich Pins das Schema.org-Recipe-Markup — genau dasselbe Markup, das auch Google für seine Rezept-Rich-Snippets braucht. Das ist die gute Nachricht: Wenn du bei Google ordentliche Rezept-Snippets bekommst, hast du die Voraussetzung für Recipe Rich Pins auf Pinterest bereits erfüllt. Die schlechte: Wenn dein Google-Snippet lückenhaft ist, ist dein Pinterest-Pin es auch.

Pinterest zieht aus dem Markup konkret diese Felder in den Pin:

  • name — der Rezepttitel (erscheint oben im Pin-Detail)
  • image — das Rezeptbild (Pinterest nutzt bevorzugt das Schema-Bild, nicht unbedingt das OG-Image)
  • recipeIngredient — die Zutatenliste
  • totalTime bzw. prepTime + cookTime — die Zubereitungszeit
  • recipeYield — Anzahl Portionen
  • aggregateRating — die Bewertung (wenn du Nutzerbewertungen hast)

Was Pinterest nicht aus dem Schema zieht: Zubereitungsschritte, Nährwerte, Notizen. Die Fließtext-Anleitung deines Rezepts steht im Pin nicht, das macht Pinterest aus Platzgründen bewusst nicht.

Rezeptseite mit Recipe-Schema als Rich-Pin-Grundlage

Rich Pins sind nicht OG-Tags

Die wichtigste Abgrenzung, weil wir sie in Beratungen wöchentlich erklären: OG-Tags ≠ Rich Pins.

ElementOG-Tag (og:*)Recipe Rich Pin
ZweckSocial Preview auf Facebook, WhatsApp, PinterestRezept-Detaildaten auf Pinterest
Woher kommen die Daten?aus den Meta-Tags im <head>aus dem Recipe-Schema im Seitentext
Wird pro Seite gebraucht?ja, für jede Seiteja, für jede Rezeptseite
Macht den Pin zum Rich Pin?neinja
Sichtbar im Pin-DetailBild und Titelzusätzlich: Zutaten, Zeit, Portionen, Bewertung

Ein gut gesetzter og:image sorgt dafür, dass dein Pin überhaupt mit einem brauchbaren Bild aufschlägt. Ein gut gesetztes Recipe-Schema sorgt dafür, dass der Pin sich dann auch als Rezept erkennt. Du brauchst beides. Und du brauchst sie sauber getrennt gedacht — sonst bist du dauerhaft überrascht, dass der Pin Bild und Titel hat, aber keine Zutatenliste.

Variante A — Standard-WordPress mit Rezept-Plugin

Auf Standard-WordPress erzeugt in der Regel ein Rezept-Plugin das Recipe-Schema. Die gängigen in unserer Betreuung:

  • WP Recipe Maker — unser Dauerbrenner, sauberes Schema aus der Box
  • Tasty Recipes — etwas hübschere Oberfläche, Schema auch solide
  • Create (by Mediavine) — gut, aber in DE seltener
  • Cooked — funktioniert, wird seltener weiterentwickelt

Zwei Dinge müssen stimmen, damit Pinterest aus dem Plugin-Output Rich Pins baut:

  1. Jedes Rezept liegt wirklich im Plugin, nicht als loser Text im Beitrag. Das ist der Fehler aus der Einleitung — Plugin installiert, aber nicht konsequent genutzt.
  2. Das Rezept hat die Pflichtfelder ausgefüllt: Titel, Bild, Zutaten, Anleitung, mindestens eine Zeitangabe, Portionenanzahl.

Prüfen kannst du das pro Rezept mit dem Google Rich Results Test (search.google.com/test/rich-results). Gib die Rezept-URL ein, warte den Scan ab, schau nach "Recipe" in der Ergebnisliste. Wenn dort ein grüner Haken steht und die Felder gefüllt sind, hat Pinterest die gleiche Grundlage.

Nicht verwechseln: Der Rich Results Test prüft Google-Rich-Snippets, nicht Pinterest direkt. Aber weil Pinterest dasselbe Markup liest, ist der Test als Frühwarnsystem vollkommen ausreichend. Einen offiziellen Pinterest-Checker für Rich Pins gab es früher ("Pinterest Rich Pin Validator"), der wurde aber eingestellt.

Variante B — Foodblogliebe-Theme mit nativem Rezept-Post-Type

Im Foodblogliebe-Theme brauchst du kein Rezept-Plugin. Das Theme hat einen eigenen Custom Post Type "Rezept" und erzeugt das Recipe-Schema direkt aus den Rezeptfeldern. Die relevante Datei im Theme-Code ist theme/inc/schema/recipe-schema.php — dort wird pro Rezept das JSON-LD gerendert.

Was du als Autorin nicht tun musst: Plugin installieren, Plugin-Schema aktivieren, Markup pflegen. Was du tun musst: Die Rezept-Felder im Rezept-Post-Type sauber ausfüllen. Konkret heißt das:

  • Rezepttitel sauber setzen (wird direkt zu name)
  • Mindestens ein Rezeptbild hochladen (das wird sowohl og:image als auch das Schema-image)
  • Zutaten als einzelne Zeilen in der Zutatenliste, nicht als Fließtext-Absatz
  • Zubereitungsschritte als nummerierte Einträge, nicht als Blocktext
  • Prep- und Cook-Time ausfüllen (beides in Minuten, das Theme wandelt in ISO 8601 um)
  • Portionenanzahl setzen

Das Theme kümmert sich um den Rest: ISO-8601-Formatierung der Zeiten, Zutatenarray, Verknüpfung der Bild-URL, aggregateRating wenn Bewertungen aktiv sind. Wenn diese Felder alle gefüllt sind, hast du auf jeder Rezeptseite automatisch ein sauberes Recipe-Schema — und damit die Grundlage für Recipe Rich Pins.

Unser Tipp: Nach dem Ausfüllen einer neuen Rezeptseite immer kurz den Rich Results Test drüberlaufen lassen, bevor du den Beitrag bei Pinterest pinnst. Fünf Sekunden Aufwand, erspart dir das Nachpinnen später.

Was du auf Sammlungsseiten nicht tun solltest

Ein Punkt, der regelmäßig aufkommt: Auf Kategorie- und Sammlungsseiten ("Meine 10 besten Ofengerichte") gehört kein Recipe-Schema, weil diese Seiten kein einzelnes Rezept sind. Dort passt ItemList-Schema, das Pinterest aber nicht für Rich Pins nutzt. Das heißt: Sammlungsseiten werden nie zu Recipe Rich Pins, egal was du machst.

Aus Pinterest-Sicht sind Sammlungsseiten normale Image Pins. Das ist völlig okay — dann muss nur das Pin-Bild gut sein (Format, Text-Overlay, Kontrast). Für die Rezepte selbst verlinkst du immer auf die einzelne Rezeptseite, nie auf die Sammlungsseite.

Schnelltest, bevor du weiterliest

Öffne drei deiner Rezepte — eins aus den frühen Jahren deines Blogs, eins vom letzten halben Jahr, eins ganz aktuell. Für jedes:

  1. URL in den Rich Results Test einfügen
  2. Prüfen, ob "Recipe" erkannt wird
  3. Prüfen, ob Titel, Bild, Zutaten, Zeit, Portionen gefüllt sind

Wenn alle drei grün durchlaufen, passt deine Grundlage. Wenn eins schwächelt, hast du höchstwahrscheinlich ein Altlasten-Problem — alte Rezepte, die vor der Plugin-Einführung geschrieben wurden, oder Rezepte, bei denen die Zutatenliste als Fließtext im Beitrag steht statt im Plugin.

Was du jetzt weißt

Du kennst die Felder, die Pinterest für Recipe Rich Pins ausliest, und du weißt, woher sie kommen: aus dem Recipe-Schema auf der jeweiligen Rezeptseite. Du hast die beiden Wege für Standard-WordPress und Foodblogliebe-Theme verstanden, und du hast ein Werkzeug (Rich Results Test), mit dem du pro Rezept prüfen kannst, ob die Grundlage stimmt.

Damit ist der zweite Baustein — Rich Pins — inhaltlich abgehakt. Jetzt fehlt noch der dritte: Wie Pinterest neue Rezepte automatisch aus deinem Blog zieht, ohne dass du jeden einzelnen Pin von Hand bauen musst. Genau das ist das Thema der nächsten Lektion: der Feed.

Wenn du diese Lektion gelesen hast, markiere sie als abgeschlossen.