Rezept-Schema, SEO-Plugins und das Bewertungsproblem
SEO-Plugins und Rezept-Plugins arbeiten unabhängig voneinander — und erzeugen dabei Konflikte, die schwer zu diagnostizieren sind und direkt das Google-Ranking beeinflussen...
SEO-Plugins und Rezept-Plugins arbeiten unabhängig voneinander — und erzeugen dabei Konflikte, die schwer zu diagnostizieren sind und direkt das Google-Ranking beeinflussen.
Wenn zwei Plugins dasselbe Schema erzeugen
SEO-Plugins wie RankMath, Yoast und All-in-One SEO generieren strukturierte Daten (JSON-LD) auf Basis der WordPress-Standarddaten. Wenn du einen Beitrag als „Rezept" markierst, erzeugt das SEO-Plugin ein Recipe-Schema mit den Informationen, die es hat: Titel, Beschreibung, Beitragsbild.
Gleichzeitig erzeugt das Rezept-Plugin sein eigenes Recipe-Schema — mit den Daten aus seinen eigenen Tabellen: Zutaten, Kochzeit, Anleitungsschritte, Portionen.
Das Ergebnis: Zwei Recipe-Schema-Blöcke im Quellcode derselben Seite. Google bewertet das als Duplicate Schema. Im besten Fall ignoriert Google einen der beiden Blöcke. Im schlechtesten Fall gehen die Rich Snippets verloren — keine Sterne, keine Kochzeit, kein Rezeptbild in den Suchergebnissen.
Widersprüchliche Angaben
Selbst wenn du das Duplicate-Problem manuell löst (indem du im SEO-Plugin den Schema-Typ für Rezeptseiten deaktivierst), bleibt ein zweites Problem: Die beiden Systeme kennen die Daten des jeweils anderen nicht.
Das SEO-Plugin kennt die Kochzeit nicht, die im Rezept-Plugin steckt. Das Rezept-Plugin kennt die Meta-Description nicht, die im SEO-Plugin gepflegt wird. RankMath zeigt in seiner SEO-Analyse Warnungen an, weil es die Rezeptdaten nicht findet — obwohl sie vorhanden sind, nur eben in einer anderen Tabelle.
Foodblogger verbringen Zeit damit, Warnungen zu beheben, die gar keine echten Probleme sind — oder übersehen echte Probleme, weil sie in der Flut von Warnungen untergehen.
Fake-Bewertungen als Ranking-Killer
Rezept-Plugins bieten Bewertungsfunktionen — Leser können Rezepte mit Sternen bewerten. Diese Bewertungen fließen als aggregateRating in das Recipe-Schema ein und werden von Google in den Suchergebnissen angezeigt. Ein Rezept mit 4,8 Sternen bekommt mehr Klicks als eines mit 3,2 Sternen.
Das macht Bewertungen zu einem Angriffspunkt. Wir beobachten seit Jahren, dass Konkurrenten Rezepte gezielt mit einem Stern bewerten, um das Rating nach unten zu drücken. Das Ergebnis: Das aggregateRating im Schema sinkt, Google zeigt weniger Sterne an, die Klickrate fällt, das Ranking verschlechtert sich.
Die meisten Rezept-Plugins bieten kein vernünftiges Bewertungsmanagement:
- Keine Spam-Erkennung. Es gibt keine automatische Erkennung von Bewertungsmustern (z.B. 50 Ein-Stern-Bewertungen innerhalb einer Stunde).
- Keine IP-basierten Limits. Viele Plugins erlauben Mehrfachbewertungen vom selben Gerät.
- Keine Moderation. Anders als WordPress-Kommentare, die über die Kommentar-Moderation und Anti-Spam-Plugins wie Akismet gefiltert werden, liegen Plugin-Bewertungen in eigenen Tabellen — außerhalb der WordPress-Schutzmechanismen.
Man braucht Custom-Entwicklung, um Fake-Bewertungen zu erkennen und zu entfernen. Oder man lebt mit schlechten Ratings und akzeptiert den Ranking-Verlust.
Wer tiefer in die Schema-Grundlagen einsteigen möchte, findet in der Rezept-SEO-Reihe und im Kurs Strukturierte Daten für Rezepte eine vollständige Einführung.
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