Lohnen sich Affiliate Links für Foodblogs?
Die kurze Antwort: Für die meisten Foodblogs sind Amazon Affiliate Links kein relevanter Einnahmekanal...
Die kurze Antwort: Für die meisten Foodblogs sind Amazon Affiliate Links kein relevanter Einnahmekanal. Aber es gibt Ausnahmen — und die hängen weniger vom Traffic ab als von der Art des Contents.
Die Rechnung, die viele nicht machen
Nehmen wir ein realistisches Beispiel. Dein Blog hat 30.000 Seitenaufrufe im Monat — das ist schon solide für einen deutschsprachigen Foodblog. Du hast in 20 Rezepten Affiliate Links zu Küchenzubehör eingebaut.
- 30.000 Pageviews, davon landen 40 % auf Seiten mit Affiliate Links: 12.000
- Klickrate auf die Links: 2 % (optimistisch): 240 Klicks
- Conversion-Rate bei Amazon: 5 % (optimistisch): 12 Verkäufe
- Durchschnittlicher Warenkorbwert: 35 Euro
- Provision bei 3 %: 1,05 Euro pro Verkauf
- Monatlicher Verdienst: ca. 12,60 Euro
Zwölf Euro sechzig. Dafür hast du Links gepflegt, Produkte recherchiert und die rechtliche Kennzeichnung in 20 Beiträgen eingebaut. Das ist keine Einnahmequelle, das ist Beschäftigungstherapie.
Wann Affiliate sich für Foodblogs lohnen kann
Es gibt Szenarien, in denen die Rechnung anders aussieht:
Spezialisierte Ausrüstungsartikel. Wenn du einen ausführlichen Testbericht über eine Küchenmaschine für 500 Euro schreibst, mit eigenen Fotos, echten Erfahrungen nach 6 Monaten Nutzung und konkreten Vergleichen zu Alternativen — dann klicken mehr Leute und die Provision pro Verkauf ist höher. Solche Beiträge ranken oft gut bei Google, weil sie echten Mehrwert liefern.
Nischen-Equipment. Brotbackzubehör, spezielle Fermentationsgläser, koreanische Kochutensilien — je spezieller, desto eher suchen Leute gezielt danach und kaufen über deinen Link.
"Best of"-Listen mit echten Tests. "Die 5 besten Pfannen für unter 50 Euro" — wenn du die Pfannen wirklich getestet hast und der Beitrag Rankings bei Google hat, kann das funktionieren. Aber: Solche Beiträge schreiben auch die großen Vergleichsportale, und gegen die zu ranken ist schwer.
Kochbuch-Empfehlungen. Bücher haben 4,5 % Provision und Kochbücher haben eine natürliche Verbindung zum Content. Wenn du ein Kochbuch wirklich gelesen hast und darüber schreibst, ist ein Affiliate-Link fair und nützlich.
Wann es sich nicht lohnt
In normalen Rezeptbeiträgen. Wenn du in deinem Pasta-Rezept einen Link zum Olivenöl bei Amazon setzt, klickt da kaum jemand drauf. Leute, die dein Rezept nachkochen, haben das Olivenöl schon zuhause oder kaufen es im Supermarkt.
Bei Lebensmitteln generell. 1 % Provision auf Lebensmittel ist ein Witz. Bei einem Olivenöl für 12 Euro sind das 12 Cent. Du bräuchtest tausende Klicks, um damit irgendetwas zu verdienen.
Wenn du noch wenig Traffic hast. Unter 10.000 monatlichen Seitenaufrufen ist Amazon Affiliate zeitverschwendung. Investier die Zeit lieber in Content, der deinen Blog wachsen lässt.
Der Vergleich zu anderen Einnahmequellen
Hier wird es interessant. Wir betreuen Blogs mit verschiedenen Monetarisierungsmodellen, und Amazon Affiliate ist fast immer der kleinste Posten:
Werbeanzeigen (QMN, Symplr, Raptive) bringen bei 30.000 Pageviews je nach Nische und Anbieter zwischen 50 und 200 Euro im Monat. Das ist fünf- bis fünfzehnmal so viel wie Amazon Affiliate — und du musst nichts aktiv pflegen.
Gesponserte Beiträge liegen bei Foodblogs mit 30.000 Pageviews typischerweise zwischen 200 und 500 Euro pro Beitrag. Ein einziger gesponserter Beitrag bringt mehr als ein Jahr Amazon Affiliate.
Eigene Produkte (E-Books, Presets, Kurse) haben höhere Margen und du bist nicht von Amazon abhängig.
Das heißt nicht, dass Affiliate Links sinnlos sind — aber sie sollten nicht deine Hauptstrategie sein. Sie funktionieren als Ergänzung, nicht als Fundament.
Die ehrliche Einschätzung
Amazon Affiliate Links sind ein nettes Extra, wenn du ohnehin über Produkte schreibst. Wenn du deinen Blog primär damit monetarisieren willst, wirst du enttäuscht. Die Provisionen sind niedrig, die Konkurrenz bei Produktvergleichen ist hoch, und Amazon ändert die Konditionen regelmäßig — fast immer nach unten.
Wer mit Affiliate Links ernsthaft verdienen will, braucht entweder sehr hohen Traffic oder muss sich auf hochpreisige Produkte spezialisieren. Für einen klassischen Rezeptblog ist das selten der richtige Weg.
Wenn du diese Lektion gelesen hast, markiere sie als abgeschlossen.
