Was Amazon Affiliate Links sind und wie sie funktionieren
"Affiliate" klingt nach großem Online-Business, ist aber im Kern simpel: Du empfiehlst ein Produkt, jemand kauft es über deinen Link, du bekommst eine Provision...
"Affiliate" klingt nach großem Online-Business, ist aber im Kern simpel: Du empfiehlst ein Produkt, jemand kauft es über deinen Link, du bekommst eine Provision. Bei Amazon heißt das Programm offiziell "Amazon PartnerNet" (in Deutschland) bzw. "Amazon Associates" (international).
So funktioniert das Amazon PartnerNet
Du meldest dich kostenlos beim Amazon PartnerNet an und bekommst eine Partner-ID. Wenn du einen Link zu einem Amazon-Produkt erstellst, wird deine Partner-ID in die URL eingebaut. Klickt jemand auf diesen Link und kauft innerhalb von 24 Stunden etwas bei Amazon, bekommst du eine Provision.
Wichtig: Die Person muss nicht das verlinkte Produkt kaufen. Wenn jemand über deinen Link zu einer Küchenmaschine klickt, aber dann Hundefutter bestellt, bekommst du trotzdem die Provision auf das Hundefutter. Das 24-Stunden-Cookie zählt ab dem Klick.
Legt die Person das Produkt in den Warenkorb, verlängert sich das Fenster sogar auf 90 Tage — aber nur für genau dieses Produkt.
Die Provisionssätze — ehrlich betrachtet
Hier müssen wir direkt ehrlich sein: Die Provisionen bei Amazon sind niedrig. Für die meisten Produktkategorien, die für Foodblogger relevant sind, sieht es so aus:
- Lebensmittel: 1 %
- Küchenzubehör / Haushalt: 3 %
- Küchengeräte: 3 %
- Amazon Eigenmarken: 3–10 %
- Bücher: 4,5 %
Bei einer Küchenmaschine für 300 Euro sind das 9 Euro Provision. Klingt erstmal okay — aber wie viele Leser klicken tatsächlich auf deinen Link und kaufen dann auch noch? Erfahrungsgemäß liegt die Conversion-Rate bei Foodblogs zwischen 0,5 und 2 Prozent der Klicks.
Was du brauchst, um loszulegen
- Ein Amazon-Konto — dein privates reicht
- Anmeldung beim PartnerNet auf partnernet.amazon.de
- Eine Website mit Inhalten — Amazon prüft deinen Blog bei der Anmeldung
- Mindestens 3 qualifizierte Verkäufe in den ersten 180 Tagen — sonst wird dein Konto gesperrt
Der letzte Punkt überrascht viele. Amazon gibt dir ein halbes Jahr, um drei Verkäufe nachzuweisen. Schaffst du das nicht, wird dein Account deaktiviert. Du kannst dich dann zwar erneut anmelden, aber es zeigt, dass Amazon selbst erwartet, dass nicht jeder Blog dafür geeignet ist.
Affiliate Links technisch einbinden
Es gibt verschiedene Wege, die Links in deinen Blog einzubauen:
Direkte Links sind am einfachsten. Du gehst auf Amazon, suchst das Produkt, erstellst über die SiteStripe-Leiste (die Toolbar, die Amazon dir nach der Anmeldung im PartnerNet einblendet) einen Affiliate-Link und fügst ihn in deinen Text ein.
Plugins wie AAWP oder Amazon Affiliate for WordPress erstellen automatisch Produktboxen mit Bild, Preis und Button. Die sehen professioneller aus, kosten aber extra (AAWP ab 49 Euro/Jahr) und laden zusätzliches JavaScript.
Manuell gebaute Empfehlungsboxen sind aufwendiger, aber schneller für den Leser. Du baust einmalig ein Template und pflegst nur den Link und die Beschreibung ein.
Für Foodblogs empfehlen wir in der Regel direkte Textlinks oder einfache, selbst gebaute Boxen. Die großen Produkt-Widgets von Amazon selbst sehen auf mobilen Geräten oft schlecht aus und verlangsamen die Seite.
Die rechtliche Seite — Kennzeichnungspflicht
In Deutschland musst du Affiliate Links als Werbung kennzeichnen. Das ist keine Empfehlung, sondern Pflicht. Die sicherste Variante:
- Ein Hinweis am Anfang des Beitrags: "Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision — für dich ändert sich am Preis nichts."
- Zusätzlich: Affiliate Links im Text mit einem Sternchen (*) markieren und am Ende des Beitrags oder in der Fußzeile erklären, was das Sternchen bedeutet.
Das Telemediengesetz und die Rechtsprechung sind hier strenger geworden. "Enthält Werbung" reicht vielen Juristen nicht — der Leser muss verstehen, dass du finanziell profitierst.
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