WordPress wurde in den frühen 2000er Jahren entwickelt und damals war Javascript nur ein Hilfsmittelchen für kleine Effekte und nicht DIE tragende Säule. Das erste Grundprinzip von WordPress war simple: PHP generiert HTML Code und ein Browser zeigt es an und das zweite Prinzip war ebenso simple: Jeder kann Plugins und Themes entwickeln. Diese beiden Prinzipien haben u.a. WordPress groß gemacht.

Wo ist jetzt das Problem? (Sofern es eines gibt)

  1. Moderne und interaktive Funktionen sind Javascript- und nicht HTMLbasierend
  2. Jedes Plugin lädt immer die komplette Javascript Bibliothek aus 2004 jQuery, da der Internetexplorer damals nicht automatisch unterstützt hat und das ist in 2026 auch immer noch so.
  3. Jedes Theme, jedes Plugin, jeder Editor lädt sein eigenes CSS (kleine Designdateien), seine eigenen Schriften, seine eigenen Icons usw. Viele kleine Dateien werden nach und nach vom Server abgerufen.
  4. Noch blöder: Diese Code Schnipsel werden geladen, auch wenn die Funktionen gar nicht benötigt werden wie zum Beispiel Elementor oder Woocommerce in einem Gutenberg Beitrag und sie werden auch doppeltgeladen, weil sich die Plugins nicht sicher sein können, dass das Javascript (JS) schon da ist.
  5. Gut: Man kann das ganze wieder optimieren, man kann das Laden von JS verzögern und man kann es für bestimmte Posttypen deaktivieren.
  6. Wieder schlecht: Das führt oft zu Konflikten und ungewollten Nebeneffekten wie Verzögerung der Werbung, da der Google Tag Manager auch verzögert wird.

Unterm Strich bleibt: Die Kombination aus Editoren, Themes, Plugins führt zu einer langsamen Seite (3 Sekunden plus), durch simple Optimierung wie WP Rocket und Page Cache kann man etwas tricksen, aber eine professionelle Optimierung setzt Detailkenntnisse der einzelnen Themes und Plugins voraus.

Das Problem: Es kostet Werbeeinahmen und Sichtbarkeit

Foodblogs haben in der Regel zwischen 15 und 18 Uhr ihre Hochzeiten und selbst wenn die Google Page Speed Analyse grün anzeigt, sind viele Foodblogs in dieser Zeit einfach signifikant langsamer als am Vormittag.

Das schreckt User ab, sie klicken nicht weiter, und am Ende sendet jeder User dann schlechte Signale an die Suchmaschinen.

Und das führt zu schlechteren Rankings, wenige Besucher und weniger Werbeeinnahmen.

Option 1: Optimieren

Um eine wirklich schnelle Rezeptseiten zu erstellen, muss man viele CSS-Dateien, viele Themedateien, viele Plugins, Sternebewertungen, Gutenberg oder Elementor, Werbung wie QMN, empfohlene Rezepte, empfohlene Beiträge, Inhaltsverzeichnisse, Buttons im Detail verstehen und jede Datei einzeln unter den großen Hut bekommen.

Durch das richtige Hosting, die richtigen Optimierungsplugins und das Verständnis darüber, was wann geladen wird, kann man eine bestehende WordPress-Seite auch wieder optimieren. Das ist nicht unmöglich, aber die letzten Zehntelsekunden sind sehr aufwändig.

In den letzten zwölf Monaten gab es drei Core-Updates von Google, die uns wieder gezwungen haben, den Rezeptpost-Typen etwas umzubauen, um erfolgreich zu bleiben. Nach dem Umbau muss man dann die Optimierung wieder neu starten, und da sich die Reihenfolge der Optionen in der Seite verändert hat.

Was für Optionen gibt es noch:

  1. Moderne Applikationen (ab 2015 etwa) betreiben Code Splitting und bauen die Applikation in einer Buildphase komplett als statische Seite einmal und verwenden automatisch nur den Code, die Bilder und das CSS, welches auch benötigt wird. Daher lädt so eine Seite auch in 0,5 Sekunden und ein zweiter Klick auf eine solche Seite verändert die Seite in 0,1 Sekunden.
    (Aktuelle Entwicklungen drücken diese zweiten Klicks sogar auf unter 0,05 Sekunden und das macht den Usern dann schon Spaß.) Wir bauen daher neue Foodblogs auch in Next JS oder Next JS Frontends vor WordPress.
  2. Man verzichtet auf alle Themes und Plugins und baut die wichtigsten Seiten als einen Monolithen und verzichtet komplett auf Themes und Plugins, die irgendwas im Frontend hinzufügen. Dadurch hat man den kompletten Code unter Kontrolle und kann alles an der richtigen Stelle laden. Zum Beispiel kann das Rezeptvorschaubild als größte Datei noch vor dem Menü geladen werden.
    Hier hat uns der KI-Gott, zum Glück in 2025, eine absolute Steilvorlage geliefert. Und wir können jedes Plugin mittlerweile innerhalb von 1-2 Stunden nachbauen. Wir sind also nicht mehr auf 3rd Party Plugins, Editoren und Theme-Hersteller angewiesen.

Was sind jetzt unsere Empfehlungen?

Hobbyblogger sollten sich weiter WordPress-Themes und Plugins installieren, mit dem Wissen, dass wenn aus dem Hobby ein Beruf wird, eine größere Umstellung ins Haus steht. Jeder, der schon länger einen WordPress-Blog betreibt, muss sich überlegen, ob er eben seine WordPress-Umgebung optimiert und wettbewerbsfähig macht oder auf eine neue Technologie migriert.

Ich persönlich habe meinen Frieden mit WordPress gemacht, aber man muss es ganz extrem an die Leine legen. Viele professionelle Entwickler haben WordPress daher auch den Rücken gekehrt und mittlerweile spürt man diesen Brain-Drain auch im Alltag.

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